Entwicklungssensible Sexualpädagogik

Workshop "100% Mann"

Rupert_100mann_Web_06

Eine elementare Lebenskraft

Mann sein heißt kühn sein.wild sein.leidenschaftlich sein.

Wir leben in einer Zeit, in welcher der Unterschied zwischen den Geschlechtern ständig in Frage gestellt oder ignoriert wird.

In meiner sexualpädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kann ich immer wieder beobachten, wie unsicher vor allem Burschen in ihrer Sexualität sind.

Dabei ist Geschlechtlichkeit etwas Ursprüngliches und Natürliches – eine gottgegebene, elementare Lebenskraft – die es zu entdecken und zu kultivieren gilt.

Quelle großen Glücks

Sexualität gehört zur Natur des Menschen

Das Verlangen, zu lieben und geliebt zu werden, gehört zur Natur des Menschen. Ein gelingendes Leben, eine gelingende Ehe und Familie gehören zu den vordringlichsten Wünschen junger Männer und Frauen. In der Sehnsucht nach dauerhaften stabilen Beziehungen sollen sie bestärkt werden, gerade jetzt, wo so viele familiäre Lebensrealitäten vom Scheitern und zerbrechen künden. Der tägliche Blick in unterschiedlichste Medien zeigt, wie schwierig der Umgang mit Sexualität, mit Leiblichkeit, mit Bindung oder Bindungsängsten und der eigenen Identität ist.

Gerade Sexualität kann Quelle großen Glücks – nicht selten aber auch Unglücks – sein. Daher ist die Erziehung zu einem selbstbestimmten, reifen und verantwortlichen Umgang mit eigener und fremder Sexualität unerlässlich. Sexualität hat eine physische, emotionale, kognitive, soziale, kulturelle und spirituelle Dimension. Es ist wichtig, Heranwachsenden eine positive und ganzheitliche Sicht von Sexualität zu vermitteln, damit sie eine natürliche und angstfreie Haltung zur Sexualität entwickeln können. Sie soll als elementare Lebenskraft verstanden werden, die zu kultivieren ist.

Eine wesentliche Entwicklungsaufgabe besteht in der Integration von Sexualität in die Gesamtpersönlichkeit, in Auseinandersetzung mit dem sozialen und kulturellen Umfeld. Ist dies gelungen, bildet das eine wichtige Grundlage für den achtsamen Umgang mit sich selbst und anderen. Daher brauchen Kinder und Jugendliche eine Erziehung und Förderung, die sie in ihrer persönlichen Gesamtentwicklung berücksichtigt.

"Der Leib, und nur er, kann das Unsichtbare sichtbar machen: das Geistliche und Göttliche."

Johannes Paul II.

Gott & Geschlechtlichkeit

Auf dem Weg zu einer neuen Männlichkeit

John Eldredge schreibt in seinem Buch „Der ungezähmte Mann – Auf dem Weg zu einer neuen Männlichkeit“:

Mir ist aufgefallen, wie oft wir unseren Jungen mit dem Wörtchen „nicht“ begegnen. Klettre nicht auf das, zerbrich jenes nicht, sei nicht so aggressiv, sei nicht so laut, mach nicht so viel Dreck, bring dich nicht unnötig in Gefahr. Aber Gottes typische Anrede, die er im Herzen jedes Jungen, im Herzen eines jeden seiner männlichen Ebenbilder verankert hat, ist ein kraftvolles Ja.

Sei kühn, sei wild, sei leidenschaftlich. Nichts davon widerspricht der Tatsache, dass Frauen selbstverständlich ebenfalls Ebenbilder Gottes sind. Das männliche und das weibliche Prinzip – beide durchziehen die ganze Schöpfung.

Lewis (C.S. Lewis, irischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler) sagt: „Geschlechtlichkeit ist eine Realität, und zwar eine grundlegendere Realität als Sex. Es ist eine grundlegende Polarität, die alle geschaffenen Wesen in zwei Gruppen trennt.“ Da gibt es die Sonne – und den Mond. Da ist der raue Fels – und die lieblichen Wildblumen, die auf ihm wachsen. Ein männlicher Löwe ist eine beeindruckende Erscheinung – aber haben Sie schon Mal eine Löwin vor sich gehabt? Auch im Herzen einer Frau liegt etwas Wildes, aber diese Wildheit ist durch und durch weiblich, ist eher verführerisch als verwegen.

Auch Eva und all ihre Töchter sind „ein Zweig von jenem Siegerstamm“, aber in einer wunderbar anderen Art. Als Seelsorger und Freund, aber vor allem als Ehemann, habe ich oft das Vorrecht genossen, Zutritt zur Herzenstiefe von Eva gewährt zu bekommen. Wenn ich mit einer Frau spreche, dann frage ich mich manchmal im Stillen: Was sagt sie mir über Gott? Ich weiß, dass er der Welt durch Eva etwas mitteilen will – aber was?

"Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern das Licht des Lebens haben. "

Johannes 8:12

Wahrheit & Leidenschaft

Beziehung ist wichtiger, als alles richtig zu machen

John Eldredge schreibt weiter:

Viele an Männer adressierte Botschaften erweisen sich als unbrauchbar – aus einem einfachen Grund: Sie ignorieren die innerste Wahrheit, die tiefste Leidenschaft eines Mannes. Und sie versuchen, ihn zurechtzubiegen, indem sie ihn auf die eine oder andere Weise unter Druck setzen. „So ein Mann solltest du sein. Ein guter Ehemann/Vater/Christ sollte das und jenes sein und tun.“ Sie können selbst einsetzen, was so und was das und jenes ist: verantwortungsvoll, einfühlsam, diszipliniert, treu, fleißig, pflichtbewusst usw. Kein Zweifel: Viele dieser Eigenschaften sind erstrebenswert. Und auch die guten Absichten der Ratgeber will ich nicht in Frage stellen. Aber der Weg zur Hölle ist bekanntlich mit guten Vorsätzen gepflastert. Und es dürfte mittlerweile offensichtlich sein, dass dieser Idealistische Weg so gut wie immer zum Scheitern verurteilt ist.

Nein, Männer brauchen etwas Anderes. Männer brauchen ein tieferes Selbstverständnis. Männer müssen wissen, warum sie auf Abenteuer aus sind, warum sie sich nach Kampf sehnen und nach ihrer persönlichen Prinzessin – und warum Gott sie so und nicht anders geschaffen hat.

Wenn ein Mann nichts von den Dingen findet, für die sein Herz geschaffen ist; wenn er sich niemals heraus gefordert sieht, dem Ruf seines Herzens zu folgen, dann versteht er auch nicht, wie man um eine Frau kämpft. Beziehung ist wichtiger, als alles richtig zu machen!

Im Gespräch mit Rupert